Die Funktion Spitzenlast ermöglicht, dass 2 Pumpenaggregate parallel fördern.
HINWEIS:
Die Kommunikation zum KSB ServiceTool ist nur möglich, wenn die ModbusFunktion deaktiviert ist.
Die Aktivierung erfolgt über Menünummer 3-6-7-1. Sind Stellerbetrieb und Spitzenlastbetrieb zur selben Zeit aktiviert, laufen immer beide Pumpenaggregate. Bei den Betriebsarten Proportionaldruckregelung, Konstantdruckregelung und EcoMode legt die Steuerung automatisch fest, ob im jeweiligen Betriebspunkt eine 2. Pumpe zuschaltet. Das Zuschaltverhalten und Abschaltverhalten ist in der
nachfolgenden Abbildung dargestellt:
Abbildung: Zuschaltverhalten und Abschaltverhalten eines 2. Pumpenaggregats
| A | Förderhöhe | B | Förderstrom |
| 1 | Betriebsbereich Einzelpumpe | 2 | Sollwert Konstantdruck 20 % |
| 3 | Sollwert Konstantdruck 80 % | 4 | Wirkungsgradoptimierte Schaltparabel |
| 5 | Zuschaltpunkt nach Kriterium 1 | 6 | Zuschaltpunkt nach Kriterium 2 |
Die Schaltparabel (4) stellt die Kurve dar, bei der der Wirkungsgrad der Anlage von einem oder 2 laufenden Pumpenaggregate identisch ist. Links von der Parabel ist der Wirkungsgrad höher, wenn nur ein Pumpenaggregat fördert. Rechts von der Parabel ist der Wirkungsgrad höher, wenn 2 Pumpenaggregate fördern. Die Zuschaltung erfolgt anhand 2 Kriterien: Effizienz (Kriterium 1) und Förderhöhenbedarf (Kriterium 2).
Kriterium 1
Befindet sich der Betriebspunkt rechts von der Schaltparabel, schaltet die Steuerung ein 2. Pumpenaggregat zu. Dadurch steigt der Wirkungsgrad der Anlage.
Abbildung: Effizienz (Kriterium 1)
| A | Förderhöhe | B | Förderstrom |
| 1 | Wirkungsgradoptimierte Schaltparabel | 2 | Abschaltgrenze |
| 3 | Zuschaltgrenze | 4 | Hysterese |
Kriterium 2
Liegt die Sollförderhöhe rechts von der Maximalkurve ①, schaltet die Steuerung immer ein 2. Pumpenaggregat zu. Der Sollwert ist durch ein Pumpenaggregat alleine nicht erreichbar.
Abbildung: Förderhöhenbedarf (Kriterium 2)
| A | Förderhöhe | B | Förderstrom |
| 1 | Betriebsbereich Einzelpumpe | 2 | Abschaltgrenze |
| 3 | Zuschaltgrenze | 4 | Hysterese |
Befindet sich der Betriebspunkt sehr nah an Kurve ①, kann es durch Messrauschen zu Flattern führen. Flattern bedeutet ein permanentes Zuschalten und Abschalten innerhalb eines einstellbaren Zeitfensters (Menünummer 3-6-7-7). Zum Vermeiden des Flatterns erfolgt die Zuschaltung und Abschaltung durch Hysterese. Die obenstehenden Abbildungen zeigen die Zuschaltung und Abschaltung durch Hysterese nach Kriterium 1 und Kriterium 2.
Lernendes Verfahren
Eine zu hohe Hysterese führt zu erhöhtem Energieverbrauch. Eine zu geringe Hysterese schützt nicht ausreichend vor Flattern. Die Steuerung verfügt über ein lernendes Verfahren mit dem sich die Hysterese automatisch optimiert. Nach der Erstinbetriebnahme nimmt die Hysterese ihren einstellbaren Startwert (Menünummer 3-6-7-3) ① ein. Wird ein Flattern erkannt, erhöht sich die Hysterese um einen einstellbaren Wert (Menünummer 3-6-7-6) ③. Ändert der Nutzer sein Verhalten mehrfach in kurzen Zyklen, interpretiert die Steuerung das fälschlicherweise als Flattern, wodurch sich die Hysterese erhöht. Zum Korrigieren solcher Fehlentscheidungen ist das Verfahren um die Funktion des Vergessens erweitert. Die Hysterese reduziert sich stetig mit konstanter Geschwindigkeit (Menünummer 3-6-7-2) ②, bis zum Erreichen einer einstellbaren minimalen Hysteresegrenze (Menünummer 3-6-7-4). Das Verfahren wird in der nachstehenden Abbildung erläutert:
Abbildung: Lernendes Verfahren
| A |
QHysterese |
B | Zeit |
| 1 | Hysterese beim Start | 2 | Reduzierung der Hysterese pro Zeit |
| 3 | Hysterese |
Nach dem Einschalten der Anlage ist die Hysterese zunächst sehr klein ①. Die zu niedrige Hysterese bewirkt z. B. ein häufiges Flattern. Die Steuerung erkennt die zu niedrige Hysterese und reagiert mit einem Anheben ③. Über die gesamte Betriebsdauer senkt sich die Hysterese stetig ab, zur Korrektur einer zu groß eingestellten Hysterese ②.
Die linke Hälfte der Abbildung zeigt die Anlernphase, während die Hysterese schrittweise auf ein Optimum ansteigt. Ist das Optimum erreicht, stellt sich ein stabiles Verhalten ein (rechte Bildhälfte). Die Hysterese wird nicht größer als die einstellbare Obergrenze (Menünummer 3-6-7-5). Das Verfahren ist deaktivierbar, indem die minimale Hysterese (Menünummer 3-6-7-4) und die maximale Hysterese (Menünummer 3-6-7-5) auf den gleichen Wert gestellt werden.
Tabelle: Menü Spitzenlast
| Menünummer | Bezeichnung | Default | Einheit |
| 3-6-7-1 | Aktivierung Spitzenlastbetrieb | Inaktiv | Aktiv / Inaktiv |
| 3-6-7-2 | Reduzierung der Hysterese pro Zeit | 2 | [(m3/h)/Monat] |
| 3-6-7-3 | Startwert Hysterese | 0,5 | [m3/h] |
| 3-6-7-4 | Minimale Hysterese | 0 | [m3/h] |
| 3-6-7-5 | Maximale Hysterese | 5 | [m3/h] |
| 3-6-7-6 | Anstieg der Hysterese bei Flattern | 0,2 | [m3/h] |
| 3-6-7-7 | Zeitfenster, in dem mehrmaliges Zuschalten und Ausschalten als Flattern erkannt wird. |
120 | [s] |
| 3-6-7-14 | Spitzenlastbetrieb optimale Hysterese | 0 | [m3/h] |
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