Die temperaturgeführte Differenzdruckregelung erhöht (Variante 1) oder senkt (Variante 2) die Förderhöhe linear zur Fördermediumstemperatur. Die Aktivierung der Betriebsart erfolgt über das KSB ServiceTool, Menünummer 1-3-4.
HINWEIS:
Die Kommunikation zum KSB ServiceTool ist nur möglich, wenn die ModbusFunktion deaktiviert ist.
Variante 1
Voraussetzung: Das Pumpenaggregat ist im Vorlauf eingebaut und der Kessel ist über die Außentemperatur gesteuert.
Die Fördermediumstemperatur hängt direkt mit der Außentemperatur zusammen. Ist die Außentemperatur niedrig, steigt die Fördermediumstemperatur an. Daraus folgt ein höherer Heizbedarf und somit ein höherer Volumenstrombedarf. Zum Kompensieren der höheren Leitungsverluste stellt das Pumpenaggregat eine höhere Förderhöhe zur Verfügung. Bei höherer Außentemperatur liegt eine geringere Fördermediumstemperatur vor. Das Pumpenaggregat geht von einem niedrigeren Heizbedarf und Volumenstrombedarf aus und senkt die Förderhöhe ab.
Variante 2
Voraussetzung: Das Pumpenaggregat ist im Rücklauf eingebaut und der Kessel ist mit Brennwerttechnik ausgestattet.
Beim Verbrennungsprozess von Gas oder Öl entsteht Kondensation. Der Brennwertkessel nutzt die Wärme und thermische Energie der Kondensation. Die hierfür erforderliche Kälte wird aus dem Heizmedium entnommen, weshalb die Rücklauftemperatur unter dem Taupunkt (57 °C bei Erdgas, 47 °C bei Öl) liegen muss.
Eine ausreichend niedrige Rücklauftemperatur ist durch die temperaturgeführte Differenzdruckregelung erreichbar.
Das Prinzip der temperaturgeführten Differenzdruckregelung ist in der nachstehenden Abbildung verdeutlicht. Der Verlauf der Kurve wird über die Stützpunkte H1, T1 und H2, T2 festgelegt. Die Stützpunkte sind über das KSB ServiceTool einstellbar.
Abbildung: Temperaturgeführte Differenzdruckregelung
① Förderhöhe ② Fördermediumstemperatur
Tabelle: Menü Temperaturgeführte Differenzdruckregelung
| Menünummer | Bezeichnung | Einheit |
| 3-4-5-4-1 | Referenztemperatur T1 | [°C] |
| 3-4-5-4-2 | Referenztemperatur T2 | [°C] |
| 3-4-5-4-3 | Referenzförderhöhe H1 | [m] |
| 3-4-5-4-4 | Referenzförderhöhe H2 | [m] |
HINWEIS: Der integrierte Schätzalgorithmus bestimmt die Fördermediumstemperatur. Der Schätzalgorithmus schätzt Temperaturen zwischen 40 °C und 90 °C und führt zu einem mittleren Fehler von 4 K und einem maximalen Fehler bis zu 8 K. Sind höhere Genauigkeiten oder ein höherer Temperaturbereich gefordert, wird ein externer Temperatursensor empfohlen (siehe nachfolgend).
Fördermediumstemperatur als Istwert (Sensor)
Die Konfiguration erfolgt über Menünummer 3-7-3-8. Die Skalierung der Fördermediumstemperatur ist linear. Die Temperaturstützpunkte bei 2 V und 10 V werden über Menünummer 3-7-3-12 und 3-7-3-13 festgelegt. Die Drahtbruchüberwachung (Menünummer 3-7-3-9) erfolgt analog zur Sollwertvorgabe.
Ein Start/Stop-Befehl kann nicht gesendet werden. Wird Drahtbruch erkannt, nutzt die Steuerung den geschätzten Temperaturwert.
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